(Be)lebe deinen Traum!

Warum verliere ich mich immer wieder in meinen Aufgaben? Warum erreiche ich meine Ziele nur schleppend? Wann lerne ich endlich, dass es in meinem Leben derzeit nur eingeschränkt möglich ist, mich dem Schreiben ungestört hinzugeben?

Und wann beginne ich konsequent damit, meine kleinen Teilerfolge wertschätzend anzuerkennen? Stattdessen bin ich mies drauf und kann mich selbst nicht leiden. Derzeit bin ich weit von meiner Wohlfühlmentalität entfernt und eigentlich ist mir heute eher danach, mich auszukotzen und die allgemeine Ungerechtigkeit in die Welt hinaus zu schreien…

Doch über welchen Umstand soll ich mich eigentlich beklagen? Das mir die Zeit davon rennt und ich Tag für Tag versuche, allen Bedürfnissen und Anforderungen an mich gerecht zu werden? Mit dieser Situation stehe ich mit Sicherheit nicht alleine da und das tröstet mich über meine fehlende Freizeit hinweg, denn ich bin mir sicher, das es vielen von euch genauso geht.

Egal mit welcher netten Frau und Mutter ich mich unterhalte – wir alle könnten uns an einen Tisch setzen, uns gegenseitig die Eimer aufhalten und uns Kopf nickend über unseren „geliebten“, sich unzählig wiederholenden Alltag austauschen.

Die vergangenen ereignis- und arbeitsreichen Wochen, welche herzlich wenig Zeit für meine Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben übrig ließen, hatten es in sich.

Es begann mit einem ernüchternden Osterfest, an dem ich das erste Mal meinen Jüngsten die realistischen Hintergründe zur Existenz des Osterhasen offenbarte und umgehend die Trauer und Enttäuschung meiner Söhne auffing. Für mich persönlich ein ebenso trauriger Augenblick, weil fortan das geheimnisvolle, kindliche Flair fehlen wird.

Jene märchenhafte Stimmung, welche derartige Feste herzerfrischend wieder beleben, darf nun künftig durch kleine, familiäre Überraschungen ersetzt werden. Es ist uns all die Jahre gelungen, von dicken Ostergeschenken Abstand zu nehmen, da ich den kommerziellen Trubel einfach nur gruselig finde.

In dem Wissen, das der Osterhase die Eier und die Süßigkeiten tatsächlich selbst versteckt, sprangen meine Jungs in den vergangenen Jahren in aller Herrgottsfrühe aus ihren Betten, um schnellstens viele Dinge fürs eigene Körbchen zu sammeln und diese am Ende dann doch fair mit einem kleinen Schmollmund zwischen den Geschwistern aufzuteilen. Ob es im nächsten Jahr genauso sein wird, bleibt abzuwarten.

In der Woche nach Ostern stand unser sogenannter Arbeitsurlaub auf dem Plan. Wir räumten unseren Spitzboden nun letztendlich völlig leer, da sich unser Handwerker für den Ausbau anmeldete. Wie naiv von mir zu glauben, das ich in jenen Urlaubstagen noch andere Punkte meiner Aufgabenliste erledigen könnte. Deswegen verfolgt mich aktuell mein schlechtes Gewissen, welches mich unaufhörlich an meine Haushaltsdauerbaustellen erinnert.

Kennt ihr auch diese Küchenschrankfronten, welche man vor einer direkten Sonneneinstrahlung schützen sollte, da sie sonst lautstark nach dem Putzlappen brüllen oder die gefüllten Wäscheberge im Bügelkorb, welche eigentlich gar nicht mehr gebügelt werden müssten, da diese sowieso nicht mehr passen?

Die Kinder sind mittlerweile aus dem einen oder anderen guten Stück hinaus gewachsen und mir passt das süße Blüschen, wegen meiner klammernden Fettpolster immer noch nicht wirklich. Also kann es doch noch ein Weilchen in diesem Korb auf die Glättung der Falten warten. Es kann froh sein – denn diese lassen sich, im Gegensatz zu meinen, sich mehr und mehr ausprägenden Fältchen meines Schildkrötenhalses, locker und leicht wegbügeln.

Nun aber zurück zu unserem Chaos auf dem Spitzboden, welches wir doch eigentlich schon vor Monaten in Angriff nahmen. Mein Mann und ich unterschätzten die übrig gebliebene Menge unserer liebgewonnenen „Hamsterstücke“ völlig. Zudem stellten wir fest, dass die geplante Anmietung einer Standardgarage nie im Leben für unsere Lagerbestände ausreichen würde und freuten uns riesig über die Zusage der Teilfläche in einem stillgelegten Kuhstall.

Während wir alle liebgewonnenen Gegenstände in Kartons verpackten, wurde uns bewusst, das wir die fünfzehn Kilometer Wegstrecke wohl mindestens fünf Mal mit zwei gefüllten PKW-Kofferräumen hinter uns bringen müssten. Mein Hilferuf nach einem Anhänger wurde von unserem Imkerfreund sofort erhört und minimierte die Anzahl unserer Fahrten beträchtlich.

Vor kurzem beförderten wir genau mit diesem Anhänger unsere Bienenstöcke zum Wanderplatz ins Rapsfeld. Dies war das Highlight unseres Urlaubes, wenn wir uns auch nach kurzer Zeit über den Inhalt unserer Honigräume wunderten.

Wenn Honigbienen in einem blühenden Rapsfeld stehen, geht man doch davon aus, das auch Rapshonig eingetragen wird! Mein Imkerpate belehrte mich eines Besseren. Meistens bleiben die fleißigen Bienchen bei der Tracht, welche sie sich kurz vor der Wanderung ausgesucht haben und erst wenn diese abgeblüht und eingetragen ist, fliegen sie andere Ziele an.

Der Honig unserer diesjährigen, ersten Teilernte schmeckt wunderbar mild, ist aber eben kein Rapshonig. Nachdem wir die leer geschleuderten Honigwaben zurück hängten und die Obstblütenpracht nun bald beendet ist, könnten sie doch jetzt die Rapsblüte anfliegen. Ich bin gespannt was meine eigenwilligen Bienchen eintragen werden. Ich halte euch auf dem Laufenden.

Diese wunderbaren Geschöpfe zeigen mir tagtäglich, das es für sie fortlaufend weitergehen muss. Sie putzen die Zellen, bauen ständig auf und um, füttern und reinigen ihre Königin und sorgen für die Brut. Sie beschützen ihr Volk vor Eindringlingen und sammeln die letzten Tage ihres Lebens den Nektar, um ihren Bestand zu erhalten.

Vielleicht beklagen sie sich auch auf ihre eigene Art und Weise. Aber grundsätzlich gilt für sie das Gesetz der Fortpflanzung und Arterhaltung aus dem wir Menschen einen wertvollen Nutzen ziehen dürfen, denn neben dem flüssigen Gold bestäuben sie fast all unsere wichtigen Pflanzen.

Ich höre noch die Worte meines Mannes in meinem Ohr, welche im Urlaub mit leicht ironischem Unterton für mich bestimmt waren: „Mit uns stimmt doch irgend etwas nicht. Wir sind doch echt nur glücklich, wenn wir ackern dürfen! Einfach nur mal gemütlich auf dem Sofa entspannen ist nicht – dann kriegen wir eh nur wieder schlechte Laune!“

Es ist wie es ist! Arbeiten müssen wir leider alle. Den Mut zur Lücke trainiere ich mir allerdings noch weiter an. Es wird wieder besser werden, sobald ich mich sortiert und neu organisiert habe. Jeden Tag ein bisschen ist auch schon etwas.

Dran bleiben, nicht aufgeben, nicht unterkriegen lassen und das Allerwichtigste ist:

Dich selbst an deine eigenen Träume zu erinnern und diese nicht aus den Augen zu verlieren.

Wenn jemand seinen Traum wirklich leben kann, ist das großartig. Ich konzentriere mich gerade darauf, meine Zukunftsvorstellungen wiederzubeleben und mich von meinem Alltag nicht erdrücken zu lassen.

Und genau das wünsche ich dir auch.

Hauche deinen eigenen Träumen und Visionen ein wenig Leben ein und beginne diese Stück für Stück zu verwirklichen!