Rhabarber-Kuchen mit Baiserhaube

Es ist mal wieder an der Zeit, eines meiner Erinnerungsrezepte rauszukramen. Dieser Rhabarberkuchen mit Baiserhaube ist der erste Kuchen, den ich als Kind für meine Mutter zum Muttertag buk.

„Mami, ich möchte dir einen Kuchen backen, ganz alleine – ohne deine Hilfe. Aus deinem Kochbuch – ja?“ 

Sie willigte ein, hatte zwar nach meiner Rezeptauswahl etwas Bedenken, ob dieser Kuchen denn der Richtige zum Starten wäre, lies mir jedoch kopfnickend freie Hand in ihrer Küche. Aufgeregt gab ich mich meinem ersten Selbstversuch im Backen hin, denn Baiser gehörte doch zu ihren Lieblingsnaschereien welche sie oft pur mit Schlagsahne bei ihren Kaffeekränzchen anbot. „Es muss einfach klappen!“, dachte ich bei mir.

Mein Backergebnis sah nicht ganz so aus, wie auf dem heutigen Foto, schmeckte meiner Mami jedoch sehr, wobei ich mir heute gut vorstellen kann, das in jenem Moment der Geschmack und die Konsistenz nicht ganz so entscheidend war – Mütter freuen sich doch immer über alles, was ihnen von ihren Kindern beschert wird!

Und wenn du es dann noch mit Liebe zubereitest, kann dir nichts mehr passieren!“ lautete eine ihrer Aussagen zum Thema Kochen und Backen. Stimmt genau!

Aus Liebe und Mut zur Phantasie entstehen häufig die besten Gerichte.

Immer wenn ich mir ein kleines Stückchen von diesem Gebäck auf meiner Zunge zergehen lasse, denke ich an ihr zufriedenes Lächeln zurück. Und gerade deshalb muss dieses Rezept in meinen Blog. Weil es mich berührt!

Übrigens werden dieser und viele leckere, andere Kuchen morgen Vormittag, am 02.06.18, beim Kuchenbasar in unserem Örtchen angeboten. Und zwar in dem Laden, der denselben Namen trägt, wie das ZUHAUSE von Pippi Langstrumpf. Vielleicht haben die Ortsansässigen ja Lust vorbei zu schauen. 😉

Ich zweigte heute einen Teil vom Teig für die Muffin-Form ab, weil es sich einfach besser auf dem Foto darstellen lässt.

Das nun folgende Rezept ist für ein Backblech (30 cm mal 40 cm) bestimmt und ergibt ca. 12 bis 15 Stück.

 

Zutaten:

  • 850 g frischen Rhabarber waschen, nur etwas von der Haut schälen und in ca. 2 cm große Stücke schneiden
  • 4 Eier trennen und aus dem Eiweiß und
  • 1 Prise Salz durch kräftiges Rühren zu Eischnee verarbeiten
  • 175 g Zucker in den steifen Eischnee langsam einrieseln lassen und
  • 1 EL frisch gepressten Zitronensaft unterrühren.

Kühl stellen! – Backofen auf Umluft 180 Grad vorheizen.

  • 200 g weiche Butter schaumig rühren
  • 2 Eier und
  • 1 Eigelb zufügen
  • 150 g Zucker und
  • 1 Päckchen Vanillezucker nach und nach unterrühren

Nun  mit einem Esslöffel nach und nach die Mehlmischung unterrühren, welche aus

  • 225 g Dinkelmehl und
  • 100 g Maisstärke und
  • 2 TL Backpulver besteht.

Um einen sämigen Rührteig zu erhalten, kann noch gerne 2 – 3 EL Milch oder Mandelmilch hinzugefügt werden. Wer es mag, könnte auch Eierlikör dafür verwenden. Den fertigen Rührteig auf dem gefetteten oder auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech verstreichen. Rhabarberstücke gleichmäßig verteilen, leicht andrücken und den Kuchen etwa für 15 Minuten vorbacken.

Nach dieser Vorbackzeit das Blech herausnehmen und die Baisermasse auf dem Teig verteilen. Wenn man eine Spritzbeutel verwenden möchte, ist es natürlich noch schöner. Meine Kreation ähnelt heute eher einem Luftschlangenspray – das lag an der falsch aufgesetzten Tülle 😉

Nun den Kuchen nochmals für etwa 15 Minuten fertig backen. Behaltet das gute Stück im Auge, denn sonst kann die Baiserhaube evtl. zu dunkel werden. Dann lieber ein paar Grad runterdrehen.

Mit dem Holzspieß (Schaschlickspieß) die Garprobe ziehen und dann zum Abkühlen aus der Röhre nehmen.

Genießt die süß-saure Kombination mit einem leckeren Espresso oder einem anderen Lieblingsgetränk.

Lasst es euch schmecken!